Zuchtgedanken?

Immer häufiger findet man Posts und Anzeigen auf Sozialen Netzwerken mit Gesuchen für Deckrüden oder „Einmalwürfe“.

Wir möchten hier einmal unsere Gedanken zu dem Thema teilen.

Es gibt leider immer noch Tierärzte und alte Foren die den Gedanken verbreiten, dass eine Hündin unbedingt mal Welpen haben muss, da dies das Risiko für Gebärmutterentzündungen oder Krebs minimieren soll (beides nicht wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesen) oder Rüden sich auch mal „austoben“ sollten.

Dahinter mögen manchmal gesundheitliche Gedanken stehen, aber eben auch oft einfach nur der Geldgedanke. Solche Denkweisen öffnen Vermehrern die Tür schaffen einen Markt für einen immer weiter wachsenden illegalen Welpenhandel.

Und selbst wenn man unterstellt, es steht ein gesundheitlicher Aspekt im Raum. Die Frage die man sich dann stellen sollte ist doch dann. Rechtfertigt ein ggf. gesundheitlicher Vorteil eines einzigen Hundes ggf. 3 oder mehr kranke Welpen? Denn oft sind eben in diesen Würfen keine Elterntiere auf Erbkrankheiten untersucht. Sie haben keinen Wesenstest und keine objektive Zuchtzulassung hinter sich und wurden ohne große Kenntnis mit einem ebenfalls nicht untersuchten Hund verpaart. Ohne Stammbaum ist meist nichtmal nachvollziehbar, wie hoch der Inzuchtkoeffizient ist.

Unsere klare Meinung: „Finger weg von solchen Welpen!“, auch wenn es verdammt schwer fällt dieses Leid anzusehen und auch diese Welpen oft „süß“ daherkommen.

Aber was wenn man eben auch mal Welpen haben möchte von seinem Hund?

Es gibt durchaus mehrere gute Wege die da den Traum in Erfüllung gehen lassen können und zwar seriös und sicherer für Mensch und Hund!

Die erste und wohl offensichtlichste Variante wäre eine eigene Zucht aufzubauen. Das würde eine Mitgliedschaft in einem Rasseclub, eine Kennelabnahme und ggf. räumliche Auflagen mit sich bringen, ist aber kein Hexenwerk. Man muss je nach Verein diverse Seminare belegen und eine Abnahme durch einen Zuchtwart erfolgt. Ebenso wird das Wissen des Züchters durch den Zuchtwart überprüft. Ggf. und je nach Anzahl der gehaltenen zuchtfähigen Hunde erfolgt noch eine zusätzliche Abnahme durch das zuständige Veterinäramt. Nach der Abnahme wird ein Antrag bei der FCI gestellt auf den internationalen „Zwingerschutz“ der sicher stellt, dass unter einem Namen nicht mehrere Leute züchten. Der Kennelname ist daher einzigartig und durch die FCI geschützt und somit auch die Welpen mit FCI Ahnentafel einwandfrei nachverfolgbar. Nach der Bestätigung und der Zuchtzulassung der Hunde, kann mit der Zucht begonnen werden. Die Abnahmen der Würfe erfolgen durch die verschiedenen Zuchtwarte des Vereins.

Die nächste Variante bei Rüden wäre eine ordnungsgemäße Zuchtzulassung des Rüden in einem Verein, mehr als eine Mitgliedschaft und die erforderlichen Untersuchungen + Zuchtzulassung bedarf es hier nicht. 

Das gleiche kann man durchaus mit einer Hündin machen ohne eine eigene Zucht anzumelden. Eine wichtige Anlaufstelle kann hier der Züchter des eigenen Hundes sein. Auch wir Züchter haben nur begrenzt Platz und wollen ältere Hunde behalten und nicht einfach abgeben nur, weil sie nicht mehr in der Zucht sind. Hier besteht die Möglichkeit eine sogenannte „Mietzucht“ zu vereinbaren. Die Hündin wird hier quasi vom Züchter „gemietet“ und zieht den Wurf auch bei diesem auf. 

Was in beiden Varianten als „Gegenleistung“ vereinbart wird, kann sehr individuell abgesprochen werden und ist nicht vorgegeben.
Es empfiehlt sich aber aus unserer Sicht, zumindest bei Hündinnen, wenn man mit dem Gedanken spielen sollte, dass ein relativ enger Kontakt zueinander gepflegt wird und damit die Hündin sich wohl und sicher fühlt für die Aufzucht.

Alle diese Varianten sind gute Alternativen und sind wesentlich sinnvoller als kopflos Welpen zu vermehren.

Ansprechpartner Nummer 1 sollte, im Optimalfall, immer der Züchter des eigenen Hundes sein, der einen guten Überblick über Vorrausetzungen für die Zuchtzulassungen hat, die Zuchtordnung kennt und helfend zur Seite stehen kann.

Auch wir waren jahrelang „nur“ Deckrüdenbesitzer und uns kam der Gedanke erst viel später Choshi zur Zucht zuzulassen. Hier hat uns die Züchterin sehr ausführlich beraten und an die Hand nehmen können. Bei Kaito sind wir bereits mit diesem Gedanken auf die Welpensuche gegangen. Auch hier sind wir auf offene Ohren gestoßen, wurden sehr gut aufgeklärt über die verschiedenen Linien, wurden bei der Welpenauswahl unterstützt und wurden rundum immer begleitet.

Wir haben nur gute Erfahrungen damit gemacht offen mit dem Thema auf unsere Züchter zuzugehen, denn im Grunde sind wir Züchter auch froh und stolz wenn unsere Nachzuchten für den Fortbestand unserer tollen Rasse erhalten bleiben, das sichert vielen eine weitere Generation wesensfester, rassetypischer und gesunder Hunde.

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Natürlich kann kein Züchter der Welt eine Garantie aussprechen, dass sich genau dieser Welpe zum Zuchthund eignet aber den Weg begleiten, das machen doch sicher die Mehrheit sehr gern! Der eigene Züchter oder auch die bestehende Züchtergemeinschaft und Zuchtwarte stehen in den Vereinen einem mit Rat und Tat bei Seite und von vielen verschiedenen Meinungen kann man wichtiges für sich herausfiltern. Das Wissen stellt sicher, dass das Thema Zucht auf soliden Grundpfosten steht, denn neben den niedlichen Welpen, geht auch immer ein gewisses Risiko einher für Hündin/Rüde oder auch Welpen. 

Auch wir möchten offen in Zukunft damit umgehen und auch von uns aus dieses Thema ansprechen, sollten vielversprechende Welpen geboren werden. Wir möchten eben eine kleine Zucht bleiben, weil wir einen hohen Anspruch an unsere Hund und ihre Haltung haben. Das erfordert viel Zeit und Nerven und beides ist leider bei jedem von uns nur begrenzt vorhanden 😉

Weitere Informationsquellen zum Thema:

Grundlagenseminar für Züchter des VDH: https://www.vdh.de/ueber-den-vdh/akademie/

Rasseclub Shiba in Deutschland:

DCNH https://www.dcnh.de/

Fachbereich Zucht des DCNH (im VDH/FCI): https://www.dcnh.de/ansprechpartner/fachbereiche

Tipps vor dem Hundekauf :https://www.vdh.de/welpen/herkunft-des-hundes

 

Infos zu Mamatumoren: https://www.med.vetmed.uni-muenchen.de/einrichtungen/onko/krank/info/index.html

 

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