Shiba sucht...

In vielen Facebookgruppen aber auch in Mails wird oft gefragt, ob ein Shiba ein guter Familienhund ist. Genau genommen gibt es die Gruppe der Familienhunde nicht. Hunde wurden für bestimmte Funktionen gezüchtet und nach ihren Fähigkeiten in Gruppen zugeordnet. Alle Hunde lebten dabei mehr oder weniger eng mit Menschen und natürlich auch in Familien zusammen. Genauso wenig wie es die EINE Familie gibt, gibt es nicht DEN Familienhund. Die viel bessere Frage wäre: „Welche Familie passt zu einem Shiba?:

Der Shiba gehört zur Gruppe 5 der Hunde des Urtyps und der Nordischen Rassen. Diese Rassen zeichnet ein noch urtypischen Verhalten und große Selbstständigkeit aus. Das mussten Sie auch und wurden dafür gezüchtet. Der Shiba als Solitärjäger musste auf sich allein gestellt sich gegen Wild behaupten und Entscheidungen treffen. Gleichzeitig wenn er mit dem Jäger nicht auf der Jagd war Haus und Grundstück bewachen. So ist es nicht verwunderlich, dass Shibas sich durch eine hohe jagdliche und territoriale Motivation auszeichnen.

Man bekommt also einen sehr agilen und wachsamen Begleiter, der sobald er keine Struktur oder Anweisungen bekommen, sehr gern selbstständig agiert oder auch gern, wenn das geforderte aus seiner Sicht so gar keinen Sinn ergibt. Die Gute Nachricht: Natürlich sind auch Shibas bereit mit Menschen zusammenzuarbeiten. Sonst hätten Jäger wohl kaum mit ihnen gejagt. Dem Jäger bringt kein Jagdhund etwas, der sich allein mit der Beute vom Acker macht und seines Weges geht. Eine Kooperationsbereitschaft ist also schon vorhanden, wenn man dem Shiba zeigt, dass sie auch Sinn macht.

Der Shiba ist kein Hund für „nebenher“. Wie eigentlich kein Hund, aber beim Shiba hat man, wenn Baustellen in der Erziehung auftauchen oder später dann doch stören, wesentlich mehr Überzeugungsarbeit zu leisten, warum die alten Gesetze jetzt plötzlich doch andere sind. Was braucht der Shiba?

Der Shiba möchte in seine Familie integriert sein, er möchte kreativ gefordert werden und liebevoll aber konsequent erzogen werden. Kein Shiba möchte von sich persé die Weltherschafft, aber wenn sie sonst keiner will, warum nicht. Der Aufgabe wird sich ein Shiba stellen, und dann seine Regeln und Gesetze mit seinen Mitteln durchsetzen.

Der Shiba kann ein wahres Multitalent sein. Er kann in vielen Bereichen hoch motiviert arbeiten und lernt in der Regel sehr schnell. Was viel Abwechslung und Kreativität erfordert, weil es ihm nicht langweilig werden sollte. Dann agiert er auch gerne mal nach dem Motto: “ Ok dann üb du mal weiter, wenn du es nicht verstanden hast. Ich geh derweil mal Mäuschen suchen“ Für seinen Shiba spannend und wichtig zu sein, macht  ihn im Alltag zu einem sehr angenehmen Begleiter. Eine Familie die eher in den Tag hinein leben möchte und wenig Wert auf klare Strukturen und Regeln legt, ist daher weniger geeignet. Ob der Shiba mit Kindern gut klarkommt, kommt ebenfalls auf die Motivation und Strukturen der Eltern an. Wenn man Kindern und Hund klare Regeln vorgibt, ist ein Zusammenleben in der Regel kein Problem. Wenn die Kinder den Shiba wegen seines Äußeren als lebendiges Plüschtier wahrnehmen, kann das zu ernsthaften Problemen führen. Die Verantwortung tragen hier immer die Erwachsenen im Haushalt. Es wäre fatal den Shiba nach seinem Äußeren zu beurteilen, das plüschige Fell hatte die Funktion vor allen möglichen Witterungen zu schützen und nicht zum ankuscheln. Es steckt ein mutiger und selbstbewusster Charakter unter der vielen Unterwolle, der als Erwachsener und ernstzunehmender Hund wahrgenommen werden will. Oft habe ich schon von Hundebesitzern den Satz gehört “ Der meint das nicht so“ (was natürlich bei allen Hunden völliger quatsch ist), aber ein Shiba ist in seiner Körpersprache sehr klar und er meint es definitiv genau so wie er es ausdrückt. Die Körpersprache seines eigenen Hundes zu erkennen ist daher für das Zusammenleben mehr als wichtig.

Ich möchte keineswegs diese tolle Hunderasse schlecht reden, ich liebe diese Rasse abgöttisch und unser Zusammenleben ist harmonisch und ich kann mir keinen Hund vorstellen, der besser zu uns passt. Aber genau das ist mein Anliegen. Überlegen Sie sich genau ob Sie ca. 15 Jahre kontinuierlich Zeit und Kraft in ihren Hund investieren möchten und können. Wenn ja: Super, dann passt der Shiba. Wenn Nein: Nehmen Sie Absagen von Züchtern nicht persönlich, sondern denken, sie nochmal genau über ihre aber auch über die Bedürfnisse des Hundes nach. Viele kaufen dann Welpen von dubiosen Plattformen oder aus Vermehrungsstätten. Das sollte aber nie der Anspruch an sich selbst und an das Schicksal eines Lebewesens sein.

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