Fellfarben beim Shiba und Genetik

Für ein besserer Verständnis, wie die Fellfarben fallen können und welche überhaupt möglich sind, möchten wir dazu hier aufklären.

Bei Shibas sind folgende Fellfarben möglich:

Rot, Black und Tan, Sashige, Sesam (rot und schwarz-sesam) und Weiss& Pinto(Fehler laut Standard da Urajiro nicht sichtbar)
Im Genotyp tragen die Hunde folgende Allele:
rot (ay/ay)
B&T (at/at)
Sashige (ay/at)
Sesam (aw/at & ays/at & ays/aw & aw/aw)

(phänotypisch können diese abweichen)
Genotyp = genetische Veranlagung/ Konstitution; Phänotyp = äußerliches Erscheinungsbild

Weiss ( E- Locus) Piebald/Pinto (S-Locus)

Ist ein Elterntier reiner Rotträger sind z.B. nur rote Welpen zu erwarten. B&T (at) ist nur zu erwarten wenn beide Eltern Träger sind. Weiss & Piebald ist nur zu erwarten, wenn beide Elterntiere Träger sind.

Creme& Piebald/Pinto sind von der Zucht ausgeschlossen (VDH)

ayay z.B. unser Choshi (kein Weissträger)

atat z.B. unser Kaito (zusätzlich Weissträger)

ayat Sashige z.B. "Ichi" Vulkan Heavens Swords Ichihime

ays/at oder ays/aw Rot-Sesam z.B. Soras Vater Gomaryuu Go Sapporo Kagasou

awaw oder awat Sesam/Schwarz-Sesam z.B. "Soba" Stan Lee House of Paws (kein Weissträger)

*E Lokus der Hunde teilweise nicht getestet

Urajiro

URAJIRO – die geforderten und erforderlichen weißen Markierungen beim Shiba !
gefunden von A. Ratsch im Internet – übersetzt von K. Czernay
ein Artikel von Leslie Ann Engen, veröffentlicht in Febr./März 1997 in den Shiba-E-News des NSCA

EIN ARTIKEL VON LESLIE ANN ENGEN, ÜBERSETZT VON KARIN CZERNAY

Im 1. Absatz geht es um die richtige Betonung und Aussprache – diese ist – kurz zusammengefaßt – uh’ra’dschi‘ro. Die Japaner haben keine wörtliche Übersetzung für dieses Wort da es aus 2 Teilen zusammengesetzt ist. Der erste Teil des Wortes – ura – bedeutet die gegenteilige (also untere) Seite. Der zweite Teil – jiro – ist eigentlich ‚shiro‘, dies bedeutet ‚weiß‘. Shiro wird zu jiro wenn es als zweiter Teil eines Wortes benutzt wird. Urajiro bedeutet weiß auf der Unterseite. Man kann grundsätzlich sagen, Shibas müssen weiß auf der Unterseite haben. Aber das Wort ‚urajiro‘ bringt dies besser zum Ausdruck. 

Der Nippo-Standard sagt aus, daß alle Shibas urajiro in den folgenden Bereichen aufweisen müssen:

  1. Seitlich am Fang und an den Wangen.
  2. alle Unterseiten von Fang, Hals, Brust, Bauch
  3. vom Brustkasten zum Schulteransatz, aber nicht auf die Schulter ausdehnend

Der FCI-Standard für den Shiba benutzt in der englischen Übersetzung ebenfalls das Wort urajiro. Es ist dort folgendermaßen definiert: weißes Haar seitlich am Fang und auf den Wangen, der Unterseite des Fangs und dem Hals, des Bauches und den Unterseiten der Rute sowie an den Innenseiten der Beine. Das Innere des Ohres und die Markierungen oberhalb der Augen (eye spots) sind in dieser Aufzählung nicht enthalten. Sie sollten jedoch ebenfalls erwähnt werden, da sie ein Teil der selben Gen-Kombination sind.

Wie alles beim Shiba sollte auch der Gesamteindruck des urajiro mittelmäßig oder angemessen sein – nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Die Grenze zwischen der roten Farbe und dem urajiro ist nicht klar gezogen, sondern leicht verwischt oder ineinander übergehend. Dies ist deshalb, weil die Charakteristik des urajiro mit der Art der roten Farbe, die der Shiba zeigt, gekoppelt ist. Das Gen, das das Rot im Shiba bestimmt, bewirkt auch daß sich bei einem erwachsenen Hund die Unterseiten aufhellen. Dieses Gen ist komplett unterschiedlich zu dem Gen, das z.B. beim Irish Setter die rote Farbe gibt.

Der Nippo-Standard für den Shiba gibt außerdem Empfehlungen für andere weiße Markierungen, die akzeptiert werden, aber nicht gefordert sind. Und – das ist das wichtigste – diese weißen Markierungen sind kein Urajiro!

Dies sind:

  • weiße Socken an den Vorderbeinen nicht höher als bis zu den Ellbogen, an den Hinterbeinen nicht höher als bis zum Kniegelenk.
  • die Spitze der Rute.

Ein anderes Beispiel für diese Art von weißen Markierungen ist ein weißer Fleck auf der Brust eines neugeborenen Shiba-Welpen, der sich deutlich vom restlichen bräunlichen Welpenfell hervorhebt.
Oftmals werden jedoch diese weißen Markierungen auf Brust oder Pfoten mit dem weiß des urajiro stellenweise identisch sein wenn der Welpe älter wird und die Bereiche, in denen urajiro auftritt, aufhellen. Die weißen Markierungen sind noch immer da, sind jedoch nicht mehr sichtbar da sie nun vom urajiro überdeckt werden.
Fehlerhafte weiße Markierungen, die jedoch manchmal auftreten können, sind ein Fleck auf dem Nasenrücken oder dem Kopf, ein weißer Fleck im Nacken oder ein weißes Halsband (wie bei Collies and Shelties). Alle diese weißen Markierungen haben klar abgesetzte Grenzen zur roten Farbe. Alle sind durch die gleichen Gen-Kombinationen bedingt. Und nochmals, sie sind kein urajiro !
Sie fragen jetzt sicher nicht mehr länger, warum wir das japanische Wort urajiro in den USA benutzen.

Es bezeichnet alle geforderten weißen Stellen (die durch die gleichen Gen-Kombinationen bedingt sind) in einem Wort. Es trennt die erforderlichen weißen Markierungen von denen, die zwar auftreten dürfen, aber nicht müssen (weiße Socken, weiße Rutenspitze). Es gibt kein identisches Wort in der (englischen) Sprache, das diesen weißen Markierungen eine gleichlautende Zuordnung und Bedeutung gibt. Der FCI hat ebenfalls dieses japanische Wort in den englisch-sprachigen FCI-Standard übernommen, dadurch wird das Wort zu einem internationalen Begriff.

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